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Das türkische Frühstück

Das türkische Frühstück
Foto: Türkisches Frühstück - Guten Appetit | Copyright: Nilgun Erzik, Istanbul

Selbstverständlich wird in der Türkei auch gefrühstückt, wobei wir in unserem Bekanntenkreis nur wenige Menschen kennen, die dieses Ritual auch im tatsächlichen Leben pflegen. Im Orient sowie auf dem Balkan wird gegessen, wenn der Hunger dies verlangt und weniger aus Gründen der täglichen Ritualpflege. Zudem ist Essen ein gesellschaftliches Ereignis und da auch hier die Menschen ihren täglichen Pflichten nachgehen müssen, wie die Schule besuchen, zur Arbeit zu gehen oder Einkäufe oder den Haushalt erledigen gilt das Frühstück als nicht besonders gesellschaftstauglich.


Ein Tee, oder Kaffee und ein Stück Brot erfüllen den Dienst und füllen den Magen auf ein notwendiges Maß. Wenn es üppiger ausfallen soll kann auch Butter oder Frischkäse das morgendliche Hungergefühl stillen. Darüberhinaus gibt es zwar zahlreiche Lebensmittel, die für ein ordentliches Frühstück geeignet sind, aber an Tagen, an denen die Familienmitglieder nicht durch die Pflichten des Alltags in alle Winde verstreut sind.

Am Sonntag darf es dann allerdings sehr deftig sein, wenn die Kinder zu Hause sind und die Eltern Zeit haben, um das Frühstück zu einer richtigen Mahlzeit zu machen. Erlauben Sie uns noch zu bemerken, dass Essen hier nicht als lästige Pflicht, wie in vielen industrialisierten Ländern betrachtet wird, sondern als tagtägliches Fest. Die Menschen sind dankbar, wenn der Tisch reich gedeckt ist und betrachten den vollen Kühlschrank nicht als Selbstverständlichkeit. Es gibt noch diese Demut, die Essen zu dem macht, was es ursprünglich einmal war: Reichtum. Glücklich kann sich derjenige schätzen, dessen Tisch reich gedeckt ist. Allah, sei Dank.

Ein Nachbar von uns, ein international anerkannter Tennislehrer, erzählte uns, in welchem Dilemma er steckte, als er ihn Detroit lebte und ihn permanent die Furcht begleitete, dass er verhungert. "Es wird aufgetischt, und bis ich meinen Dank gegenüber den Gastgebern und natürlich Gott ausgedrückt habe wird auch schon wieder abgeräumt. Im Restaurant, wie bei Freunden zu Hause".

Wenn Sie in der Türkei bei Freunden essen, werden Sie erleben, wie zunächst die Köche und Verantwortlichen gelobt werden. Es wird gedankt, zum Einen, zum Zweiten und es kann sein, dass auch der Lieferant oder der Fischer, der dieses tolle Essen erst ermöglicht hat... und "schau dir dieses Gemüse an, ist der Spinat nicht herrlich" und so weiter und so fort. Es wird Vorfreude generiert und während die kulinarische Stimmung angeheizt wird, darf auch im Essen rumgestochert und probiert werden; auch in sehr gehobenen Kreisen muss nicht abgewartet werden, bis alle Beteiligten soweit sind.

Es ist ratsam sich für die Zeit nach dem Essen keine Termine zu legen, denn Essen ist immer mit einem offenen Ende verbunden. Das Essen verlässt dabei den Tisch nicht. Es bleibt dort, wo es von allen und immer erreicht werden kann. So kann es durchaus passieren, dass die Vor- und Nachspeise vor einer Person gleichzeitig stehen.

Unsere Mägen vertragen keine Hast. Dies wissen die Ernährungsexperten und Ärzte, sowie auch die Türken. Deshalb essen sie etwas, trinken, reden oder rauchen auch mal zwischendurch oder machen alles gleichzeitig, und dies kann sich stundenlang in den Abend ziehen. Es wird gelacht, und immer wieder gedankt (was uns persönlich an der Kultur sehr fasziniert).

Deshalb ist ein Frühstück, wie wir es kennen, in der Türkei eher ungewöhnlich und wenn gefrühstückt wird, dann richtig. Dann darf auch Sucuk, die schweren Würste, nicht fehlen. Ansonsten wird Schaf- oder Ziegenkäse gereicht, meist die Frisch Version, oder Honig und Blätterteigröllchen, oder ein Tomaten-Käse-Vielerlei Pfannengericht namens Menemen (sehr lecker). Eingelegte Oliven, oder Gemüse in Salzlake generell, dürfen nicht fehlen und wie auch Peperoni oder rohe Zwiebeln und ähnlich nicht gerade magenschonende Zutaten.