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Göltürkbükü – Bodrum

Göltürkükü am Strand

Kleinfamilien, Künstler und Konstruktionen

Der versteckte Badeort Göltürkbükü hat viel Charme und bietet von allem etwas. Nur nicht zu dick auftragen, lautet hier die Devise und so bleibt Göltürkbükü für viele ein Geheimtipp.

Das sagenumwobene Karyanda soll hier noch irgendwo vergraben sein. Es gibt viele Hinweise, nur keine sicheren Beweise. Diese Tatsache hält Historiker bei Laune und wir haben die Gelegenheit einen wirklich großen Wurf zu machen, wenn wir Reste der verschwundenen Stadt finden. Allerdings ist der Sommer zu heiß für Ausgrabungen, überlassen wir das lieber den Profis, die dafür bezahlt werden, denn körperliche Arbeit ist im Hochsommer in der Türkei fernab von FUN.

Der Dolmus von Bodrum hält an einer gottverlassenen Kreuzung. Einem Kreisverkehr. Um einen alten Olivenbaum wurde einfach etwas geteert; fertig ist der Kreisverkehr. Heute bildet der Olivenbaum die Grenze zwischen Türkbükü und Göltürkbükü. Dies nicht nur geografisch, sondern auch gesellschaftlich. Türkbükü ist nobel, Göltürkbükü chic, verspielt und unterhaltsam.

Die Kreuzung ist der Scheideweg. Wohin soll die Reise gehen? Wir biegen rechts ab, denn hier ist das Schlaraffenland authentischer. Göltürkbükü ist Urlaub zum anfassen und besteht nicht überwiegend aus Kulisse, wie am anderen Ende der Bucht. Würden wir vom Kreisverkehr geradeaus dem Weg folgen, kämen wir im Nu an den Strand. Aber wir gehen gerne einen Umweg und laufen die Parallelstraße im Landesinneren und erreichen so etwas wie ein Zentrum. Es ist ein Tohuwabohu aus einigen Shops, Handwerksbetrieben, einem Süßwarenrestaurant (!) und zwei Männercafes.

Wir entscheiden uns für letzteres und es wird sofort guter Tee gereicht. Heureka! Für Türkbükü, dem Dorf am Ende der Straße, ist Tee zu billig. Es muss etwas aufwendigeres sein, denn einfach nur Tee erinnert zu sehr an Fußvolk, an harte Arbeit und wenig Freizeit. In Göltürkbükü hingegen existiert noch das Leben der ländlichen Bevölkerung. Sie wurden noch nicht vertrieben und deshalb gibt es hier noch traditionellen Tee.

Der Betreiber ist sehr flink, klopft aber gleich ab, was unser Anliegen ist. Reportage? Wir scheinen ungefährlich, wollen keine Grundstücke kaufen. Arbeiter eben. Wie sie selbst auch.

Es wäre nicht verwunderlich, dass schon im alten Karyanda hier Teestuben standen, denn ausgerechnet an dieser Stelle weht eine frische Brise. Das restliche Zentrum wird von Winden verschont und entsprechend staubig und heiß geht es zu.

Nach zwei Gläsern Tee weht ein frischer Geist und wir machen uns auf den Weg ans Meer. Der Asphalt strahlt entsetzliche Hitze ab. Die Straßen sind funktionell, somit liegt hier und da ein wenig Müll am Wegrand; auf Alleen wurde hier bewusst verzichtet. Wer soll die Bäume im Sommer gießen? Wo doch die meisten im Cafe mit sich und der Welt beschäftigt sind.

Der Strand von Göltürkbükü ist sehr weitläufig und dahinter sind viele kleine Hotels und Pensionen. Häufig ohne Sterne, aber sehr charmant. Sie bieten auch guten Komfort, haben meist Swimming-Pools, aber nicht alle verfügen über Meerblick, denn die ganze Siedlung besteht aus zweistöckigen Gebäuden. Höher darf anscheinend nicht gebaut werden. Aber das ist gut so, denn selbst von den entlegeneren Anlagen sind es nur wenige Gehminuten bis zum Strand.

Die meisten Unterkünfte sind "Butik-Hotels" und der Name trifft es tatsächlich sehr genau. Kleine gemütliche Anwesen ohne zuviel Schnick-Schnack. Zusätzlich gibt es einige Herbergen für Künstler, oder Istanbuler, die sich so nennen. Ausländer sind selten anzutreffen, aber sehr willkommen. Hier allerdings weniger wegen ihrem Geldbeutel, sondern aus tatsächlichem Interesse.

Es gibt verschiedene Strandabschnitte. Teilweise mit schönem und sauberen Sandstrand. An anderen Stellen war man erfinderisch und hat Plattformen ins Meer hinein gebaut. Jedes Restaurant, oder Bar, oder beides hat ein individuelles Thema. Mal schicker, mal natürlicher, mal hipper, oder auch mal ganz easy mit Wasserpfeifen-Sortiment.

Aktuell steht Nachhaltigkeit auf der Agenda und in einigen Restaurants wird sehr gute Bio-Küche zu akzeptablen Preisen angeboten. In Türkbükü würde ein vergleichbares Essen zwei bis dreimal soviel kosten. Deshalb kommen hier viele junge Familien her Urlaub machen. Göltürkbükü ist bezahlbar und bietet viel das Geld. Abends kann man dann immernoch einen Cocktail am Nachbarstrand schlürfen und beobachten, wie sich die Stars vor sich selbst verstecken.

In Göltürkbükü ist auch für Kinder viel geboten und allein die Tatsache, dass man hier buddeln und Sandburgen bauen darf ist ein Indiz für Familienfreundlichkeit. (Nebenan hat der Nachwuchs Personal für solche überflüssigen Übungen).

Wie dem auch sei, das Fischerdorf welches sich mittlerweile zu einem gemütlichen Ferienort entwickelt hat, ist einen Besuch wert.  Wer im Urlaub einen Mix aus Ruhe und gutem Angebot sucht, ist in Göltürkbükü richtig. Die vielen kleinen Restaurants, Bars und Hotels bieten alles rund um unser Wohl, wobei das Angebot nicht erdrückend, wie in anderen Orten auf der Bodrumer Halbinsel, ist.

Hinweis

Infos zur Paradiesbucht und dem Demir-Hafen finden Sie unter Torba.