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Türkische Küche - Suppen

In der Türkei isst man keine Suppen. In der Türkei "trinken" die Menschen Suppen und zwar oft und gerne, bevorzugt auch als Zwischenmahlzeit für den kleinen Hunger zwischen den richtigen Mahlzeiten. "Komm lass uns zusammen eine Suppe trinken gehen", kann es heißen, wenn Sie mit jemandem unterwegs sind und dann sind häufig die "Çorbacı" gemeint; türkische Suppenküchen, die oft sehr schwer zu finden sind. Und während in New York Aktienkurse diskuttiert werden, werden in der Türkei die heißesten Çorbacı als Geheimtipps gehandelt.


Während in Nordeuropa gerade kalte Suppen ins Gespräch kommen, sind diese in der Türkei seit einer gefühlten Ewigkeit Tradition. Wer will schon im Sommer bei 48 Grad Celsius heißen Hühnereintopf essen? Da kommt eine Joghurt- oder kalte Gurkensuppe viel gelegener. Wobei in der Türkei durchaus auch im Sommer heiße Suppen gegessen werden, wir wollten es lediglich etwas überspitzt formulieren.

Suppe kann es auch zum Frühstück geben, da der Türke ohnehin nicht gerne alleine isst, ist der Griff in den Kühlschrank zur Suppe sehr naheliegend. Auch am Morgen. Weshalb auch nicht. Die Menschen hier sind sehr flexibel.

Traditionell gehörte die Suppe immer als eine (der vielen) Vorspeisen, beim "richtigen" Essen am Abend. Dies hat viele Gründe, einer davon ist wohl sehr pragmatisch, Suppe macht satt und umsomehr Suppe wir "trinken", destoweniger Verlangen nach Fleisch haben wir, denn Fleisch ist in der Türkei nach wie vor (und unserer Meinung nach zurecht) ein Luxusgut.

Die Vielzahl der Suppenarten basieren auf der Vielfalt des Landes. Die Türkei ist ein sehr großes Land mit vielen Regionen und Klimazonen. Es gibt Bergvölker, die ähnliche Lebensbedingungen vorfinden, wie die Menschen in Österreich und dann wieder die Ägäis mit mediteranem Klima, und an der iranischen Grenze herrschen wieder komplett andere Bedingungen. Ausserdem wird das Land zwar zentral regiert (in Ankara), aber real sieht die türkische Welt so aus, dass immernoch kleine Dorfgemeinschaften gesellschaftlich isoliert sind.

Im Grunde besteht die heutige Türkei aus zahlreichen Mikrokosmen, oder Gemeinschaften, die neben der türkisch-islamischen eine eigene lokale Kultur haben. Die Essgewohnheiten und Rezepte sind ein Teil davon. Viele Rezepte oder Gerichte werden durch die Herkunft genauer bestimmt. Der "Döner aus Mersin" oder die "Adaner Suppe", um nur zwei Beispiele zu nennen (die an den Haaren herbei gezogen sind).

Probieren geht über studieren, heißt es. Mercimek çorbası ist eine rote, wenn richtig zubereitet sehr geschmackvolle, Linsensuppe. Die grüne Version nennt sich "Şehriyeli yeşil mercimek çorbası". Sehr beliebt sind die Almsuppe "Yayla çorbası" oder die "İşkembe çorbası", zu deutsch Kuttelsuppe.

Letztere ist bevorzugte Medizin nach durchzechten Nächten und an dieser Stelle sei auch erwähnt, dass in der Türkei sehr viel Alkohol getrunken wird, vor allem Raki, der mit Wasser verdünnt wird, und auch in Wassergläsern gereicht wird. Kutteln sind sehr nahrhaft und eine Delikatesse, allerdings haben wir Nordeuropäer uns in den vergangenen Jahrzehnten von solchen Innereien stark distanziert, vielleicht, weil sich diese Dinge schlecht vermarkten lassen. Wie dem auch sei, İşkembe çorbası, betrachten wir als türkisches Nationalgericht und falls sie die türkische Küche wirklich kennenlernen möchten, sollten sie die Suppe zumindest mal probieren. Sie schmeckt im Übrigen auch unverkatert sehr gut.

Die Almsuppe schmeckt... nach Alm. Etwas säuerlich, da mit Joghurt und Zitrone angereichert, aber sehr erfrischend, dies verdanken wir u.a. der Nane (Minze), die darin enthalten ist. Die Almsuppe empfehlen wir vor allem im Sommer, wenn es heiß ist. Viele Türken leben im Sommer in einem Bergdorf, da sie die Hitze im Juli und August ganz und gar nicht als erholsam empfinden.

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